ANNO SALVATIO 423 - Der gefallene Prophet


ANNO SALVATIO 423 - Der gefallene Prophet

Artikel-Nr.: 9783959623032
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Anzahl der Bewertungen: 8
Durchschnittliche Bewertung: 4,8
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eine spannende, düstere Dystopie
von Anonymus am 06.09.2017
Dieser dystopische Roman entwirft eine düstere Welt in der Zukunft, in der eine alternative Version einer Katholisch geprägten Kirche die absolute Macht hat, angeführt von einem als unsterblich geltendem Papst und einer ausgeklügelten Hierarchie, in der viele Priester auch wie Polizisten bzw. militärisch eingesetzt werden. Andersgläubige und Sünder werden streng bestraft. Doch weder dem Papst noch seinen Gefolgsleuten ist daran gelegen, dass es den einfachen Gläubigen gut geht. So ist es nicht verwunderlich, dass sich im Geheimen eine Gemeinschaft aus „Ketzern“ gebildet hat, die in einem Höhlensystem Zuflucht findet.

Die Hauptfigur Desmond ist eigentlich ein gläubiger Priester, doch ein Kontakt mit den Rebellen aus dem Untergrund bringt sein Weltbild nach und nach immer mehr zum Schwanken. Desmond ist mit besonderen Talenten gesegnet, die hier nicht auf Magie basieren, sondern dem „Heiligen Geist“ - welche Talente das genau sind, werde ich hier mal nicht verraten.

Desmond steht schon bald vor mehr als einem moralischen Dilemma, und versucht dabei stets, seinen Prinzipien treu zu bleiben.

Der Roman besticht durch eine Fülle an originellen Einzelheiten, unter anderem im technischen Bereich. Außerdem hat sich der Autor zahlreiche Redewendungen und Schimpfworte oder Flüche ausgedacht, welche direkt mit dem Glauben oder der Religion zu tun haben.

Und wie in jeder guten Dystopie wird in diesem Roman Gesellschafts- und Sozialkritik deutlich - nicht nur bezogen auf (über-)mächtige religiöse Institutionen und deren Tendenz zum Fundamentalismus, sondern auch auf Sexismus, Homophobie, Intoleranz, Verschwendung von Ressourcen und andere Problematiken.

Der Stil ist sehr anschaulich und lebendig, so dass die Actionszenen spannend sind, die Gefühle und Empfindungen der handelnden Personen stets deutlich werden und man sich auch die beschriebenen Räumlichkeiten sehr gut vorstellen kann. Treffende Metaphern und Symbole verstärken dies noch zusätzlich. Es gibt zum Beispiel eine Szene, in der Desmond fast Mitleid mit einem Gegner bekommt, den er auf Leben und Tod bekämpft. Doch dann fällt sein Blick auf die Zerstörung, welche dieser angerichtet hat,und er sieht eine zerrissene Kinderpuppe – ein sehr gelungenes Symbol für die Grausamkeit seines Gegners.

Ich bin gespannt auf die Fortsetzung.
Innovativ, geheimnisvoll und spannend
von Anonymus am 25.08.2017
Endlich mal wieder eine Geschichte ohne Liebesgedöhns. Es geht vorwiegend um den Straßenpriester Desmond, der weit mehr als ein einfacher Priester ist. Jahrelang durch seinen Onkel geschützt, ist er von Geheimnissen umgeben, die auch seine Familie betreffen. Desmond besitzt in seinem Inneren eine Macht, die ihn einerseits ängstigt, anderseits auch seine Neugier weckt, diese vollends zu entdecken und ihrer habhaft zu werden. Doch dazu benötigt er Hilfe, diese bekommt er von Fate.

Die liebevoll gestalteten Charaktere wirken klar und authentisch. Die facettenreiche Tiefgründigkeit zeichnet jeden Charakter auf ihre Einzigartigkeit aus. Sie haben ihre Ecken und Kanten, machen Fehler und lernen daraus, zweifeln und hinterfragen. Das hat mir sehr gefallen, da ich mich sehr gut in sie hineinversetzen konnte und selber auch zum Nachdenken angeregt wurde. Die Idee der Verwendung des Heiligen Geistes als magisches Mittel fand ich grandios und vom Autor sehr gelungen umgesetzt.

Die Handlung ist gut durchstrukturiert und baut aufeinander auf. Im Grunde zieht sich ein roter Faden durch die Handlung, der sich mit kleineren Fäden nach und nach zusammenfügt. Allerdings schweben auch noch ein paar Fäden in der Luft, die sich hoffentlich in der Fortsetzung noch um den roten Faden schlingen. Der Autor weiß wie man einen Spannungsbogen aufbaut und durch unvorhersehbare Wendungen unterbricht.

Der Schreibstil des Autors ist fließend und stark einnehmend, aber auch mitreißend und bildgewaltig gestaltet. Ein regelrechtes Kopfkino entstand bei mir beim Lesen. Trotz der bildhaften Beschreibungen ließ mir der Autor dennoch genug Spielraum für meine eigene Fantasie. Sprachlich schreibt der Autor auf sehr hohem Niveau und verbindet erstaunlich viele Themen miteinander und schafft gerade deswegen eine atemberaubende Geschichte mit einer komplexen Struktur. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, hauptsächlich natürlich aus der Sicht von Desmond. Die kurzen Einblicke durch andere Charaktere fand ich persönlich sehr spannend und hilfreich.

Ich bin sehr gut in die Geschichte gelandet, obwohl gerade am Anfang sehr viele kirchliche Fremdwörter die Kapitel dominieren. Leider hatte ich im Mittelteil ein paar Probleme gedanklich der Geschichte zu folgen. Manche Szenen kamen mir da ein wenig langatmig vor, und ich hatte das Gefühl in der Luft zu hängen und nicht weiter zu kommen bzw. mich im Kreis zu drehen. Womöglich war das vom Autor gewollt, um Desmond besser kennen zu lernen und die Welt besser zu verstehen. Doch zum Ende hin wurde die Geschichte wieder sehr rasant und strotzte nur so vor Aktion, so dass ich kaum zum Durchatmen kam. Grandios!

Das fulminante Ende war die Spitze des Eisberges dieser innovativen Geschichte und auch wenn ich das Buch guten Gewissens mit einem Lächeln zuschlagen konnte, bleibt doch das Gefühl, ich muss wissen wie es weiter geht. Ich freue mich sehr auf die Fortsetzung. Denn Desmonds Geschichte ist hier noch lange nicht zu Ende erzählt, außerdem gibt es noch so einige Geheimnisse, die gelüftet werden wollen und ich bin doch so neugierig.

Fazit:
„Der gefallene Prophet“ ist ein gelungener Auftakt der „Anno Salvatio 423“-Trilogie und konnte einen gewissen Suchtfaktor in mir auslösen. Die Geschichte um den Straßenpriester Desmond hat mich trotz des etwas schwächelnden Mittelteils von Anfang bis Ende in seinen Bann gezogen und kaum mehr losgelassen. Sie ist sowohl innovativ, geheimnisvoll als auch spannend, und bewegt sich inmitten der katholischen Kirche nebst Sündern bzw. Ketzern, aber eben einfach auch Menschen, die ihre Freiheit ausleben wollen ohne die ständige Kontrolle durch die kirchliche Obrigkeit. Gut gegen Böse! Richtig oder falsch! Ein Spagat, der die Weltordnung ins Wanken bringt. Mir wundervolle Lesestunden bescherte und definitiv Lust auf mehr macht, wenn man sich darauf einlässt.
Die Kirche der Zukunft?
von Anonymus am 26.07.2017
Desmond ist Straßenpriester und eigentlich mit seinem Dasein zufrieden. Doch er hat auch Gabe, er ist mit dem Heiligen Geist gesegnet. Diese Kraft hat er jedoch schon immer gelernt zu unterdrücken. Aber wie die Karten so spielen, erhält er eine Nachricht, die ihn in die Trümmerhäuser der Stadt führt. Kaum vorstellbar, was sich im Untergrund an Leben abspielt. Und auch Desmond ist fasziniert. Er trifft dort auch Veneno Fate, einen der meist gesuchten Männer des Landes. Und er weiß um Desmonds Gabe und will zu seinem Mentor werden. Aber kann Desmond diesen Zwiespalt wagen? Kann er weiterhin als Priester tätig werden und im Untergrund gegen die Kirche arbeiten? Er hat dabei nicht nur an sich zu denken. Sein Onkel ist auch eine wichtige Person. Wie wird er über die Pläne denken? Und was hat es eigentlich mit diesem Iskariot auf sich? Desmond wird schon bald feststellen, dass sein Weltbild vielleicht nicht an allen Punkten perfekt ist und dass man für seinen Weg auch über Grenzen gehen muss.

Nun zu meiner persönlichen Meinung zu diesem Buch. Ich habe den Schritt in das Gelobte Land zu keinem Zeitpunkt bereit. Das Buch ist so lebendig und bildlich geschrieben, dass an keiner Stelle Langeweile aufkommen kann. Der Autor hat mit Desmond einen Hauptprotagonisten geschaffen, den man einfach gern haben muss. Auch wenn es immer mal wieder Stellen gibt, wo man denkt, nein, das kann jetzt nicht sein Ernst sein. Auch wenn er sich den Herausforderungen, die für ihn anstehen, offen gibt, bleibt er ein Mann Gottes. Und das macht ihn einfach noch sympathischer. Auch wir können nicht von heute auf morgen komplett aus unserer Haut. Aber er gibt sich sehr viel Mühe. Tja, und der Leser wird auch noch was über Katzen und Engel erfahren. Aber mehr möchte ich nicht verraten. Also wagt die Reise in das Gelobte Land, ihr werdet es nicht bereuen. Ich kann hier ohne Bedenken 5 Sterne vergeben.
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