Die zweite Finsternis


Die zweite Finsternis

Artikel-Nr.: 9783959621137
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Ein Ausblick in eine düstere Zukunft (23.02.2017)
Kaleb ist Mönch. Er wurde dazu ausgebildet gegen die Reaper zu kämpfen. Bei Reapern handelt es sich um Reptilien aus einer anderen Welt, die nur ein Ziel haben: Fressen! So leben wir in einer Zeit fressen und gefressen werden. Immerhin haben es die Reaper schon geschafft die Menschen in 19 Städte zu treiben. In einer solchen Stadt lebt es sich alles andere als bequem. Es geht sehr eng zu und somit kommt es auch zwischen den Menschen zu Reibereien. Zum Glück gibt es da noch mehr Leute, die einem Hoffnung machen. Eunice hilft anderen Frauen ihre Kinder zu gebären. Auch Kalebs Ausbildung war sehr speziell. Er wurde gelehrt seine Gedanken zu verstellen und er kann die Gedanken eines Reapers lesen, wenn er diesen berührt. Aber es gibt auch noch Ketzer. Diese nehmen Nachtmilch, ein Sekret, welches von Reapern hergestellt wird, zu sich und verehren die Reptilien.
Der Kampf ums Überleben wird immer härter, da die Reaper wieder angreifen. Aber dieses Mal ist alles anders. Wer kann Reapern auf einmal Befehlen erteilen? Und gäbe es nicht schon lange eine Waffe gegen die Reaper? Kaleb muss sich einer tödlichen Mission stellen und bekommt unerwartet Hilfe.
Das Buch ist sehr gut geschrieben. Die düstere Stimmung, die in den Städten herrscht, kommt sofort beim Leser an. Die Reaper werden gerade gut genug beschrieben, dass sich jeder Leser sein eigenes Bild machen kann. Die Geschichte ist auch flüssig geschrieben. Am Anfang dauert es vielleicht ein paar Seiten bis man sich auf die anderen Welt eingestellt hat, aber ist man erst man drin, will man nicht mehr raus und leidet mit den Helden in diesem Buch. Dafür gebe ich gerne 5 Sterne!
Kirchenstaat gegen Alien-Monster - düstere Zukunftsaussichten (06.02.2017)
Ich muss sagen, es ist eine grandios erzählte Geschichte. Die Charaktere sind mir vor meinem geistigen Auge sehr lebendig erschienen. Die Geschichte liest sich flüssig und braucht keine umständlichen Erklärungen. Sie spielt in einer nicht zu fernen Zukunft der Erde, auf der gefährliche außerirdische Raubtiere gestrandet sind, die nur von genetisch „modifizierten“ Menschen, den Mönchen, bekämpft werden können. Es spielt in Amerika, in wenigen noch erhaltenen Städten und dazu gehörenden Lehen, gut befestigte Dörfer, in denen die Menschen leben, die die Stadtbewohner mit notwendigen Lebensmitteln versorgen.
Philadelphia ist eine der befestigten Städte, die die Schlachten gegen die Reaper überstanden haben. Dort hat sich eine Führungselite gebildet, in der Intrigen und Missgunst an der Tagesordnung stehen. Ein Teil der Sicherheitskräfte der Stadt lassen sich die Verteilung der knapp bemessenen Ressourcen durch Bestechung gut bezahlen. Beliebte Tauschmittel sind selten gewordene Gegenstände und Lebensmittelmarken.
Das einzige anerkannte Buch darf von dem einfachen Volk nicht einfach gelesen werden. Nur wenn ein Mitglied des Klerus dabei ist, ist die Lektüre erlaubt. Kinder bekommen Namen, die in diesem Buch verzeichnet sind. (Da der Buchdruck nach der Invasion der außerirdischen Raubechsen vollständig zum Erliegen gekommen ist, kann es sich fraglos nur um das Buch handeln, das uns heutzutage noch als Bibel bekannt ist.) Der Glaube setzt sich mittlerweile aus verschiedenen Facetten früherer Religionen zusammen. Auch die Traditionen und Riten haben sich vermischt.
Eunice ist die Tochter des Bischofs in Philadelphia, der seine Tochter als unfruchtbar erklärt hat, um ihr das Schicksal ihrer Schwester zu ersparen, die ins Exil gehen musste, nachdem eine genetische Anomalie an ihr festgestellt wurde. Sie ist die oberste Heilerin von Philadelphia, die die Kranken aller Klassen aufopferungsvoll pflegt. Außerdem unterstehen ihr die Hebammen, die sich um die Geburten der Erwählten kümmern, die nur von den heiligen Müttern geboren werden können. Aus diesen Erwählten werden die Mönche, die gegen die Reaper bestehen können und ganz besondere Fähigkeiten haben.
Kaleb ist einer der Mönche, die in Philadelphia im Konvent leben. Als in einem der Lehen Reaper-Sichtungen gemeldet werden, wird er los geschickt, um diesen Sichtungen nachzugehen. Der Bischof sendet Kaleb, da dieser aus dem Lehen Selimsburg stammt, in dessen Nähe auch seine zweite Tochter im Geheimen lebt. Auf seiner Fahrt nach Selimsburg begegnet er einer jungen Frau und kann sie gerade noch vor einer kleinen Gruppe Reaper retten. Die beiden verbringen die Nacht in einem verlassenen Haus, in das weitere Reaper eindringen, die Kaleb wiederum besiegen kann. Am nächsten Tag kann er jedoch nicht verhindern, dass die Reaper die junge Frau mit sich nehmen. Ein sehr merkwürdiges Verhalten für diese Wesen, da sie normalerweise nicht in Gruppen jagen, und schon gar keine Menschen verschleppen. Kaleb begibt sich sofort nach Selimsburg um seine Erfahrungen nach Philadelphia zu funken und um Hilfe zu bitten. Er widersetzt sich der Anweisung sofort zurück zu kehren und folgt den Spuren der Reaper durch den Wald, um die junge Frau zu retten. Begleitet wird er von seinem leiblichen Sohn, der nicht weiß, dass er seinen biologischen Vater vor sich hat.
Unterdessen wird Eunice los geschickt, um ihren Bruder zurück zu holen, der heimlich der Gruppe Mönche gefolgt ist, die ausgesandt wurde, die Reaper bei Selimsburg zu jagen und den Vorkommnissen nachzugehen.
In Philadelphia wird ein Relikt gestohlen, das in der Kapelle ausgestellt wurde. Es ist ein Teil eines außerirdischen Gerätes, dessen Nachbauten zur Abwehr der Reaper dienen. Eingeweihte vermuten, dass man aus den bisher bekannten Einzelteilen eine mächtige Waffe zur Bekämpfung der Außerirdischen bauen kann. Allerdings ist dies nicht bewiesen, da es nie jemand versucht hat. Die Waffe könnte auch den Mönchen schaden, da diese zum Teil mit Reaper-Genen ausgestattet sind und empfindlich auf die Technologie reagieren, die bereits eingesetzt wird. Eine Waffe aus allen Komponenten könnte auch den Mönchen sehr schaden und wäre in den falschen Händen eine Katastrophe für die Städte. Dies finden Kaleb und seine Mitstreiter nach und nach heraus und es beginnt ein Wettlauf um die Bauteile gegen die Anhänger der Reaper, die als Ausgestoßene leben und Pläne verfolgen, die bisherige Weltordnung zu zerstören und sich die anderen Menschen untertan zu machen.
Ein Kampf Gut gegen Böse ist schlussendlich unausweichlich. Das Buch liest sich sehr gut und wird immer spannender. Die Autorin hat eine neue Welt erschaffen, in der der Kampf ums Überleben nicht von Naturkatastrophen bestimmt wird, sondern davon, wie gut die Menschen gegen einen neuen Feind zusammen arbeiten. Verrat und Intrigen inklusive. Zart besaitete Gemüter sollten von der Lektüre allerdings abstand nehmen, da es in der Zukunft ziemlich brutal zugeht.
Von mir eine ganz klare Leseempfehlung!
Die Menschheit ohne technische Errungenschaften (14.01.2017)
Zu Zeiten des kalten Kriegs hieß es oftmals, dass wenn es zu Krieg kommt, sich die Menschheit zurück ins Mittelalter katapultiert. Dazu ist es glücklicherweise nicht gekommen. Aber was passiert, wenn eine andere Katastrophe dazu führt, dass die technischen Errungenschaften der Neuzeit nicht mehr nutzbar sind?

Das ist das Szenario von „Die zweite Finsternis“. Ein katastrophaler Zufall möchte es, dass auf der Erde außerirdische Wesen landen, die die Menschheit massiv dezimieren. Wie es zu dieser Katastrophe gekommen ist, spielt für die Geschichte weniger die Rolle. Vielmehr konzentriert sich der Plot auf das Leben, das nun auf der Erde existiert.
Angesiedelt ist die Handlung auf dem nordamerikanischen Kontinent, wobei ich persönlich es sogar besser gefunden, wenn die Geschichte in Europa platziert worden wäre. Es passt mehr zur Geschichte des Landes, dass eine Kirche, die massiv auf christliche Ursprünge zurückgreift, das Zepter in die Hand genommen hat.
Der erste Teil des Buch konzentriert sich stark darauf, das Leben und die Gesellschaft zu beschreiben. Auch wenn an der ein oder anderen Stelle ein wenig zu dick aufgetragen wird, entsteht ein stimmiges Bild, das allerdings im Verlauf der Geschichte zunehmend in den Hintergrund rückt.
Nach und nach rücken die gesellschaftlichen Aspekte in den Hintergrund und schleichend erhält die Action Einzug. Dabei wird auch auf eine explizite Gewaltdarstellung nicht verzichtet, so dass der Leser nicht zu zart besaitet sein darf.

Starke Charaktere
Zu Beginn des Buchs werden viele Handlungsstränge geschaffen, die sich nach und nach auf die einige Hauptfiguren konzentrieren. Dadurch entsteht durchaus eine Komplexität, die aber nie so überhand nimmt, dass es schwierig war, der Handlung zu folgen.

Die Hauptfiguren sind recht klar gezeichnet und handelt oftmals nachvollziehbar. Allerdings sind manche Nebenfiguren etwas blass geblieben, was aber nur an wenigen Stellen störend auffällt. Denn der Plot fokussiert sich später recht stark auf die Hauptfiguren.

Der Leser wird in diesem Buch mit allen menschlichen Facetten konfrontiert: Liebe, Hass, Intrigen, Kriege, Neid. Glücklicherweise aber immer realistisch und ebenso glücklicherweise wird auf eine seichte Liebesromanze verzichtet, die in der deutschen Literatur in letzter Zeit ein bisschen zu stark Einzug gehalten hat.

Gerade der zweite Teil ist recht actiongeladen und liest sich deutlich rasanter als der vordere Teil des Buchs. Der Spannungsbogen wird erst nur wenig gespannt und erreicht dann ungeahnte Höhen. Dabei ist der Schreibstil über das gesamte Buch recht angenehm.

Plötzlich Schluss
Und ist der Leser voll in Fahrt, wird er für mein Gefühl etwas zu unsanft gestoppt. Das Buch endet recht abrupt. Hier hätte der Ausklang ruhig etwas sanfter gestaltet werden können. Vielleicht lag dieser Eindruck auch an der ein oder anderen konstruiert wirkenden Szene, der im bisherigen Verlauf der Geschichte nicht so deutlich zum Vorschein getreten ist.

Fazit
Ein dystopischer Thriller mit einem erschreckenden Szenario. Wie die Katastrophe entstand ist für die Geschichte unerheblich. Das Buch konzentriert sich darauf, wie die Gesellschaft darauf reagiert und zeichnet ein Bild, das durchaus möglich sein könnte.

Natürlich gibt es einen nicht unerheblichen Science-Fiction-Anteil, der Einfluss auf die Menschheit hat. Aber genau das, macht das Buch anders und lesenswert. Auf jeden Fall ist das Buch eine Empfehlung wert und jeder, der sich gern Dystopien widmet, sollte einen Blick riskieren.
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